Argumentationshilfen und Anbindungspunkte für den Unterricht
Unser Standort, das Programm und die Unterbringung bieten viele Ansatzpunkte, um Klassenfahrten nicht als „Unterhaltungsverwahrung“ anzusehen, sondern als ganzheitliche Förderung der Schüler mit mehrfacher Anbindung an Unterrichtsinhalte und Lebenswelt zu gestalten.
Der Standort niederländische Heide- und Randmeerlandschaft ist ein Gebiet, das historisch, ökologisch und natürlich: landschaftlich hochinteressant ist.
Aus ökologischer Perspektive
Die vielseitige Fauna und Flora, das „Ökosystem Randmeere bzw. -Seen“, der ökologische Wandel durch den Neubau des Flevoland-Polders im letzten Jahrhundert bieten vielfältige Ansatzpunkte zur Verknüpfung bzw. Vertiefung von Unterrichtsthemen z.B. in den Fächern Biologie und Erdkunde. Auch und gerade in Verbindung mit dem Sportprogramm wird hier angeregt, die Natur und unser Verhältnis dazu mit neuen Augen zu sehen.
Aus historischer und geologischer Perspektive
Gleichzeitig wird am Beispiel des Polders deutlich, wie tiefgreifend die ökologische Veränderung mit der Geschichte des Landes und dem sozialstrukturellen Wandel verknüpft ist: Die Veränderung der historischen, einst reichen Hafen- und Hansestadt Elburg zu einem touristischen Zentrum, die untrennbar mit Landknappheit, Protestantismus und der Auseinandersetzung mit dem Meer verbundene Geschichte Hollands, die Entwicklung der mit der Besiedelung des Polders verbundenen (sozial-)politischen Vorstellungen – auch hier bietet sich eine Verknüpfung der Fahrt mit entsprechenden Unterrichtsreihen in Geschichte, Politik oder Sozialwissenschaft an.
Aus sportlicher Perspektive
Das Sportprogramm ist mit Bedacht an die aktuellen Richtlinien des Landes NRW zum Sportunterricht angepasst worden. „Rollen, Gleiten, Fahren“, dazu zählt auch und besonders Windsurfen, Inline-Skaten, Radfahren, Kajakfahren, etc.
Gerade Windsurfen, actionreicher und dennoch leicht zu erlernender Trendsport, macht unglaublich Spaß und vermittelt den Schülern zügig Erfolgserlebnisse. Der Wechsel von Individual- und Teamsportarten befördert Selbstwahrnehmung und sozialaffektives Lernen in gleicher Weise.
Durch eine möglichst offene Angebotsform sollen die Schüler lernen, ihre Wünsche und Bedürfnisse klarer zu erkennen und sich dementsprechend zu entscheiden – das schließt die Entscheidung für den erholsamen Nachtschlaf mit ein!
Aus pädagogischer und sozialer Perspektive
Die Unterbringung der Schüler in Kleingruppen zu sechs bis acht Personen pro Bungalow erfordert eine enge, alltagspraktisch orientierte Koordination der Schüler. Sie lernen, Ihren Alltag selbst zu organisieren, ihre Zeit vorausdenkend einzuteilen und sich innerhalb einer Gruppe zurechtzufinden und zu organisieren: Wirtschaften, Kochen, Spülen, Ordnung halten, einen Haushalt führen, Konflikte vermeiden, Konflikte regeln – all das erfahren die Schüler in ihrer Bungalowgruppe und haben dennoch immer Ansprechpartner, die im Bedarfsfall fördernd und regulierend eingreifen können.
Mit anderen Worten: Selbstständigkeit und Eigenverantwortung stehen gleichsam automatisch mit auf dem impliziten Lehrplan.
Bei alledem bleibt die Klassen- oder Jahrgansstufengemeinschaft oberste Bezugsgruppe, in der alle Schüler ihre Erfahrungen teilen und die als Gemeinschaft mindestens bei den gemeinsamen Besprechungen präsent und aktiv ist. Diese Konzeption folgt unserer Einschätzung, dass eine Klassenfahrt vor allem dann ein Erfolg ist, wenn die Klassengemeinschaft gestärkt wird UND sich die Schüler in Ihrer Persönlichkeit entwickeln können.
Und obendrein hoffen wir, dass eine solche Fahrt für Schüler und Lehrer Gelegenheiten bietet, sich gegenseitig mit anderen Augen zu sehen.
Weitere Infos und Argumentationshilfen
Weitere Ideen und Möglichkeiten für die Anbindung einer Klassenfahrt zu Lifetime-Sport an den Schulunterricht im Sinne eines fächerübergreifenden oder eines fächerverbindenden Unterrichts sowie konzeptionelle Anregungen findet ihr in unserem Lehrer-Download-Bereich.